Resonanz

Musizieren beginnt mit der Bildung einer Ton. Zum Beispiel durch Streichen von einer Saite  einer Geige oder Blasen auf einem Rohrblatt einer Oboe. Der Ton einer Orgelpfeife entsteht durch das Oszillieren der Windströhmung auf dem Labium. Die umringende Luft kommt zum Schwingen und bildet den Ton. Die Saite trägt die Schwingung über auf dem Violine-Blatt und lässt es resonieren mit den Tönen und den Obertönen und das gibt eine Verstärkung der Töne.  Das gleiche geschieht mit den Schwingungen des Blattes in der Oboe. Die Luftsäule im Rohr der Oboe resoniert auf den Schwingungen des Rohrblattes. Die Luftsäule in der Orgelpfeife kommt auch zum Resonieren durch den Ton, die beim Labium gebildet wurde.

Das Stärken dieser Resonanzen gibt dem Klang mehr Dimensionen, die Schwingungen verbreiten sich in allen Richtungen, sie füllen den Raum. Die Musik wird voller auf den Zuhörern übertragen. Die Schallwellen des Musikinstruments bringen die umgebende Luft in Bewegung, sie Reflektieren gegen die Wände und bei einer guten Akustik wiederholen die Reflexionen sich bis den gesamten Raum mitresoniert. Bei jeder Reflexion geht Energie verloren, langsam nimmt die Kraft ab bis dem Klang ausgestorben ist.

In einem akustisch toten Raum kann keine Musik klingen. Resonanz ist der wichtigste Faktor des Musizierens, das Erlebnis der Musik ist nur optimal, wenn der ganze Raum in der Resonanz kommt und das kann nur entstehen, wenn der Raum eine gute Akustik hat.

Vor Jahrhunderten als die Menschen Häuser bauten im Verhältnis zu ihrer Körperlänge, gaben sie Kirchen exorbitanten Dimensionen. Oft war das Bauen eine lange Arbeit und oft gingen Generationen vorbei, bevor diese gigantische Arbeit fertig war. Das Ziel fand man jedoch von großer Bedeutung; der Chorgesang erhielt durch diese extrem großen akustischen Verhältnissen eine große Resonanz. Der gesamte Raum wird gefüllt und verlieh den Gesang einen himmlischen Glanz. Klänge mit diesen Dimensionen können die musikalischen Emotionen hochsteigen.

Raum mit guter Akustik

Es ist unmöglich, ein großes Orchester in einem Wohnzimmer auf zu stellen. Eine CD mit dem Orchester kann jedoch in einem Wohnzimmer belauscht werden. Die wunderbare Akustik des Konzertsaales ist zusammen mit der Orchesterklang auf der CD festgelegt. So wird im Wohnzimmer einen simulierten Concert Hall Raum geschaffen, mit den akustischen Bedingungen für ein Orchesterklang. Die Lautstärke ist jetzt proportional auf dem kleinen Raum angepasst.

Kichenorgel und Akustik

Sowie ein Orchester braucht eine Kirchenorgel den Nachhall einer guten und geräumigen Akustik; es bildet eine unzerbrechliche Einheit. Für einige Orgelbauer ist ein Grund keine Hausorgeln zu bauen. Wie fantastisch die Orgel in die Kirche auch klingen mag, außerhalb dieses Raumes geht es verloren. Der Orgelklang hat Glanz und Brillanz, aber das ist nur zu hören, als ein Raum mit guter Akustik die Möglichkeit schafft, diese Eigenschaften zu entwickeln.

Radiostudio mit Hallraum

In den Radiostudios verfügen die Techniker über besondere Hall Studios, große leere Räume im Kellerraum der Studios. Wenn sie mehr Nachhall brauchen senden sie den Klang des Studios zum Hallraum. Das reflektierte Geräusch, ergänzt mit dem Nachhall kommt über Mikrofone wieder im Studio zurück. Durch die zusätzlichen Akustik resonieren die Klänge jetzt frei im Raum und das macht das belauschen angenehmer.

Von Zeit zu Zeit herstellte ich eine Audio-Aufnahme meiner Pfeifenorgel zu Hause und ließ es über das Studio zum Hallraum senden. Wenn ich es belauschte erklang dies als ob eine Kirche zu meinem Wohnzimmer hinzugefügt wurde. Ich habe es immer bedauert, dass ich nicht dauerhaft über diesen Nachhall-Raum verfügen konnte.

Physikalischer Prozesse

Reverb ist ein physikalischer Prozess von mehrfachen Geräuschreflexionen in einem großen Raum. Um genau zu können analysieren welches physikalischer Prozess stattfindet, kann  ein Wissenschaftler dies in einem Labortest erproben, durch ähnlichen physikalischen Prozesse durch zu führen. Das ist mit dieser mehrfache Reflexionen auch passiert. In einfachen Wörtern: Klang wird in elektrische Energie umgewandelt und über parallele Verzögerungslinien mit verschiedenen Laufzeiten gesendet. Gegebenenfalls kann der Vorgang mehrmals wiederholt werden. Dies schafft mehrere Reflexionen und Wiederholung dieses Prozesses entspricht das Vielfache gegen Wände reflektieren.

Lexicon MX 300

In einer Kirche reflektieren die Orgelklänge gegen Wände, Pfeiler und Gewölbe mit unterschiedlichen Entfernungen von der Orgel und so gibt es mehrere Reflexionen, die unterschiedliche Laufzeiten erleiden. Jedes Objekt im Raum beeinflusst die Reflexionen. Sie vermehren die Reflexionen, sie geben unterschiedliche Richtungen, sie fordern neue Reflexionen auf. Im Lexicon MX 300 wird es simuliert durch eine große Anzahl von Verzögerungslinien mit unterschiedlichen Laufzeiten zu verwenden, die gegenseitig keine arithmetische Beziehungen haben.

Gebrauchsanweisung Lexicon MX 300

Im Lexicon MX 300 gibt es eine Auswahl an verschiedenen Arten von Hall. Nicht nur durch den Unterschied in der Größe des simulierten Raumes, sondern auch die Eigenschaften der das akustische Verhalten. Größe und Eigenschaften sind hier variable Parameter.

Die Klänge aus dem DAC (Digital-Analog-Wandler auch Soundkarte genannt) gehen direkt zu die Front-Lautsprecher und auch parallel zum Lexikon. Wenn die DAC nicht über zwei parallele Ausgänge verfügt, kann eines Splitters davon zwei Kanäle erstellen.

Der Ausgang des Lexikons geht zu zwei Aktiven Lautsprecher, die in der Nähe des Spieltisches platziert sind.

Mit dem großen Knopf auf der rechten Seite ist der gewünschte Reverb zu wählen. Nr. 1 Orchestral ist immer zu viel Hall. Der zweite Nachhall Small but Large ist gut verwendbar. Die etwas ungewöhnlichen Namen sind zurückzuführen zu der amerikanischen Sinn für Humor; so gibt es auch Fan Tastic und Smallis Hallis. Komisch, aber sehr brauchbar.

Durch Drehen wird der Name sichtbar, drücken der Taste aktiviert den gewünschten Nachhall. Mit den Drehknöpfen A - B und C ist der gewählten Nachhall ein zu stellen.
A
ist Verzögerung (Delay), dafür besteht keine Notwendigkeit, denn es geht zum Null.  Mit B ist der Hallzeit zu beeinflussen und mit C ist der Größe der Reverb Raum zu erweitern. Bei anderen Hall Entscheidungen kann C die Eigenschaften der Reflexionen ändern. Mit mindestens dreißig verschiedenen Hall Arten gibt es eine große Auswahl.

Der Knopf  ganz links ist das Volumen der Hall, die Leds dürfen grün aufleuchten, bei rot ist das Signal zu stark. Der Lexicon gibt es Möglichkeiten die für Hauptwerk nicht von Bedeutung sind. Page Select ist eine davon. Wird dies versehentlich gedrückt, dann kann es mit Exit rückgängig gemacht werden. Bypass sendet das Signal direkt, also ohne Nachhall, zum Ausgang. Ein nützlicher Taste da schnell den Ton mit oder ohne Nachhall zu vergleichen ist. Mit dem Lexikon ist ein umfassendes Englisches Benutzerhandbuch geliefert, aber intuitiv findet der Nutzer alle Möglichkeiten, die er anwenden möchte.

Kompromisse zwischen Klang und Nachhall in den Samples

Der Hall der zusammen mit dem Klang in einem Sample gespeichert wurde, ist stark abhängig von der Stelle, wo die Mikrofone im Verhältnis zu der Orgel aufgestellt waren. Dry Samples sind Klänge, die in der Nähe der Pfeifen aufgenommen sind, sie geben die Pfeifenklänge sehr detailliert wieder. In einem größeren Abstand verlagerte sich das Gleichgewicht von direkten Klang zu einem Klang mit mehr Nachhall. Es gibt also immer ein Kompromiss zwischen den beiden Klangarten. Es werden auch Sample Sets angeboten mit zwei Aufnahmen pro Ton, die mit unterschiedlichen Entfernungen aufgenommen wurden. Der Organist kann selbst dann das Gleichgewicht zwischen den beiden Klangarten einstellen. Mehr Hall gibt das Gefühl auf größerer Entfernung der Orgel gezwungen zu werden. In die Kirche sitzt der Organist nah an der Orgel und dem Organisten, hört er den Nachhall von der Akustik der Kirche. Das gibt die beste Erfahrung in der Kirche zu spielen.

Mit dem Lexicon ist dies ohne Kompromisse zu erreichen. Der direkten Klang der Pfeifen auf kurzer Distanz und der Nachhall in dem Maße, was der Organist passend findet für die Musik die er auf diesen Moment spielt. Ein geräumiges Hall macht einen Redner in der Kirche unverständlich, aber auch eine melodische Linie in der Musik wird nicht übertragen. Dann muss den Nachhall begrenzt werden. Aber der Plenumklang einer voll jubelnden Orgel kommt besser ins eigene mit der Akustik einer Kathedrale.

Hall von der Lexicon übersteigt den Hall der Samples

Der hervorragende Nachhall aus dem Lexikon übertrifft den Hall, der von den Samples wiedergegeben wird. Das Gefühl auf einer Kirchenorgel zu spielen wird als realistischer erfahren. Das Gebrauch des Dry Samples plus Hall aus dem Lexikon zeigt es am besten. Auch Samples mit wenig Nachhall, weil die Akustik der Kirche es nicht lieferte, klingen mit dem Lexikon spürbar besser.

Als Experiment habe ich von einem Sample Set mit sehr viel Hall, die Nachhall-Schwänze entfernt und fügte den Nachhall zu aus dem Lexicon. Es erwies sich eine bessere Wiedergabe der Orgel zu sein und dabei ist es von Vorteil, dass den Hall nun voll einstellbar ist. Mehreren Organisten haben meine Orgel gespielt und auch sie fanden, dass eine Kirchenorgel so besser dargestellt wurde.

Lexicon MX 300

Der Lexicon MX 300 kann mehr als mehrere akustische Räume in verschiedenen Größen zu kreieren. Für Hauptwerk ist die Wahl mehr als ausreichend um eine angemessene Nachhallzeit zu verschiedenen Sample Sets hin zu fügen. Die Akustik im Lexicon MX 300 kann gewählt werden aus vielen Bereichen der verschiedenen Größen und unterschiedlicher Orientierung, wie harte oder weiche Mauern, viele oder wenige Reflexionen, stark verstreut oder mehr konzentriert. Diese Effekte sind stufenlos einstellbar. Die akustischen Eigenschaften einer fast unbegrenzten Anzahl von Kirchen sind auf diese Weise zu verwirklichen.

Ein Akkord drücken und dann mehr als 20 Sekunden warten, bis die letzte Reflexion ausgestorben ist, wird niemals nötig sein. Aber der Lexicon kann es mit der ersten Option Orchestral (large Hall), wenn alle Parameter auf Maximum eingestellt werden. Praktischer ist die Option Small Hall, die in einer Kirche als Anloo ein bisschen fehlende Akustik zufügt. Nur ein kurzer Hall, der die kleine Kirche nicht in einer Kathedrale verwandelt. Wird die Akustik einer großen Kirche gewählt, dann klingt den Hall noch nicht unnatürlich, aber die Orgel scheint nach dieser großen Kirche umgezogen zu sein.

Die Natur der Lexicon Reverb stimmt besser überein mit der Wirklichkeit, als die Hall die zusammen mit den Klängen ist mit gesampelt. Der Organist hört die Orgel in der Kirche auf kurzer Entfernung und erleidet die Wirkung der sterbenden Klängen in der Akustik. Er kann gezielt hören im Gegensatz zu ein Mikrofon an der Stelle am Spieltisch.

Ein Sample erstellt mit einem Mikrofon in der Nähe von der Orgel, gibt die Geräusche sehr detailliert wieder, aber wird wenig von den Nachhall überbringen. Diese Nachhall ist hörbar in einem Sample die in größerer Entfernung von den Pfeifen aufgenommen ist, aber das geht zu Lasten der direkten Pfeifenklang. Die Orgel scheint sich auf einen größeren Abstand des Organisten zu befinden. Der direkte Kontakt erforderlich um die Musik zu steuern geht damit verloren. Manchmal werden zwei Samples mit Aufnahmen mit unterschiedlichen Entfernungen von der Orgel erstellt. Der Organist kann dann selber das Gleichgewicht dazwischen wählen.

Faltungs Hall

Die meisten realistische-Form der digitalen Akustik wird mit Faltungshall erhalten. Eine digitale Kopie der akustischen Effekte eines großen Raumes ist hier in einem Speicher festgelegt. Klänge die über diesen Speicher gespielt werden, untergehen die gleichen Effekte. Im Moment ist es noch ein ziemlich teures System; ca. 1200 bis 1500 Euro.

Der Lexicon MX 300 nähert sich der Faltungshall in einer realistischen Weise an. Ich habe es auf einer Hauptwerkorgel vergleichen können und dann ist der hörbare Unterschied nur gering. Ein Lexicon MX300 kostet 289 Euro im Hauptwerkshop

Es gibt verschiedene Hall-Geräte (Alesis) oder Programme (Reaper) im Handel, die Hall auf einfache Weise simulieren. Sie sind billig und das Ergebnis ist schlecht. Diese Reverb ist nicht ähnlich wie die komplizierten Prozesse, die im Lexicon für einen realistischen Hall sorgen.

   Lexicon  
  Nederlands
   Lexicon       English