Gotisch orgel in Kiedrich aus 1500

Die gotische Orgel der Pfarrkirche St. Valentin und Dionysius in Kiedrich (Rheingau) ist oft Deutschlands älteste Orgel genannt. Durch falsche Interpretationen der Zahlen auf den Pfeifen meinte man dass die Orgel aus 1313 stammte. In Wirklichkeit ist die Orgel um 1500 erbaut worden und gehört mit Rysum es zu den ältesten spielbaren Orgeln Deutschlands.

Die Orgel wurde von Johann Kirchner in 1652 gebaut und später einige Male modifiziert. In den Vertrag im Jahre 1710 für das Wiederherzustellen der Orgel wird das Positive mit sechs Registern erwähnt, obwohl sie vermutlich bereits von Kirchner erbaut wurde. Das unabhängige Pedal wurde wahrscheinlich im Jahre 1722 hinzugefügt.

Die Restauration im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, weil es so anders war als viele andere Restaurierungen von historischen Orgeln. Als der englische Baron John Sutton in 1854 diese Orgel auf einer seiner Reisen durch Europa entdeckte, war er so fasziniert von der gotischen Ursprungs, dass er 6000 Gulden zur Verfügung stellte um die Orgel zu restaurieren zum gotischen Klang von 1500. Das nach der Kenntnisse und Wissen der Geschichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Orgel wurde restauriert von Louis Benoit Hooghuys in Belgien, und das Gehäuse mit den bemalten Flügeltüren von August Martin der Fürth.

Die letzte Restauration von Kuhn (1985-1987) war gezielt auf die Erhaltung der Staat der früheren Restauration von John Sutton, mit dem Schwerpunkt auf den Gotik-Klang. Die Positive verbirgt sich hinter das Gehäuse von der Hauptorgel im Kirchturm, so dass es klingt wie ein Echo-Werk und das Pedal ist auch hinter dem Orgelgehäuse aufgestellt.

Die Gotischen und Neo-gotischen Teile mischen außergewöhnlich gut in dieser besonderen Kirche. Die Besucher der Kirche werde sich überraschen auf den Strukturen des Gebäudes. Eine kirchliche Barock-Stil, so offensichtlich in dieser Art von Orgeln fehlt völlig.

     
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Sample set Kiedrich

Die Orgel von Kiedrich ist eine gotische Orgel. Gotische Orgeln sind gebaut um 1500, ihren Klangcharakter ist gut erkennbar, aber es ist schwierig, diesen Klang in Worten zu fassen. Praestant Pfeifen der gotischen Orgeln sind aus gehämmertem Blei und das gibt eine dunkle, aber zur gleichen Zeit intensive Töne mit einem vokalen Charakter. In der Diskant erhöht sich die Helligkeit der Klänge. Es ist ähnlich wie ein Männerchor von Sängern, wo jeder der Chormitglieder seine eigene Konsonanten hinzufügt. Jede Pfeife wird an seinen eigenen optimalen Sound intoniert, wobei die Stimmen sich voneinander unterscheiden, sondern immer noch in guter Harmonie klingen. Die Flöten klingen voll, ein Klang der durchdringt ohne jemals scharf zu werden.

Ein Teil der Pfeifen der Orgel von Steinkirchen stammen auch aus der gotischen Zeit. Der besondere Klang wurde von Arp Schnitger anerkannt und wird im Klangcharakter seiner Orgel in Steinkirchen eingepasst. Wer die Klänge in Steinkirchen schätzt, werde auch mit Freude Musik machen mit den Klängen der Orgel in Kiedrich.

Das gehämmerte Blei enthält Spuren von anderen Metallen, die den Klängen ihrer charakteristischen Musikalität geben. Das Blei, was heutzutage von Klempner verwendet wird, ist viel zu rein um diese besonderen Klangeigenschaften zu ergeben. Die Orgelbauer Reil in Heerde analysierten die Bleipfeifen der Bader-Orgel. Dann gossen sie Bleiplatten mit exakt der gleichen Zusammensetzung. Der Klangcharakter der Bader-Orgel passt gut zu den Klängen der gotische Orgel.

Die Orgel in Kiedrich habe ich durch selber spielen kennengelernt. Die Klänge von der Hauptorgel ich höre genau zurück in den Samples. Sie sind gut aufgenommen und im Speicher festgelegt. Das Problem ist sie im Wohnzimmer zu reproduzieren wie sie in der Kirche geklungen haben. Bei einer großen Lautstärke kommen sie am besten zu ihrem Recht, aber das ist für die meisten Wohnzimmer zu laut. Es war für Jiri Zurek schwerer die Klängen von den Positiv mit seinen Mikrofonen aufzunehmen, weil das Positiv war verdeckt hinter dem Gehäuse des Hauptwerks im Kirchturm, so klang es wie ein Echo-Organ.

Intonation

Für Jedes Sample Set ist es notwendig der Unterschied in der Lautstärke zwischen der Kirche und das Wohnzimmer zu überbrücken, aber für Gotische Orgeln mit ihren lauten Klängen ist noch mehr notwendig. Das Ziel ist die Lautstärke gleichmäßig zu Reduzieren unter Beibehaltung des Charakters. Mit einem guten Gebrauch von den Equalizer sind die Klänge auch im Wohnzimmer zu reproduzieren wie sie in der Kirche geklungen haben. Die Klänge des Positivs können auch mehr hervorgehoben werden, damit sie direkter und in einer besseren Interaktion mit der Hauptorgel klingen.

Es gibt keine CDs der Orgel in Kiedrich, aber die Orgel der Andreas-Kirche in Ostönnen (Soest) ist ein gutes Beispiel zum Intonieren des Sample Sets von Kiedrich. Eine umfassende Demonstration mit klaren Klangbeispiele sind abrufbar unter: Orgel Andreas Kirche

Gotische Orgeln sind wunderbare Beispiele für den ursprünglichen Orgelklang. Eine Kopie der Peter Gerritz Orgel aus 1479, ist von dem Orgelbauer Reil für die Orgel-Park in Amsterdam gebaut um diesem besonderen Klangcharakter zu demonstrieren. Auch für Pulgarn in Österreich bauten sie eine Orgel mit diesen Klängen.

Orgeln mit gotischen Klängen