Holzhey-Orgel  Weissenau 1787

Johann Nepomuk Holzhey war einer der großen Orgelbaumeister Süddeutschlands des 18. Jahrhunderts. Seine Instrumente gehören dem Rokoko und der Klassik an, doch in seinen letzten Werken spürt man immer stärker den Einfluss romantischer Klangästhetik. Er war Zeitgenosse von Haydn und Mozart. Mit Holzhey erfährt die klassizistische Orgel ihren Höhepunkt in Süddeutschland.

Den Orgelbau hat Holzhey vermutlich bei seinem Onkel Alexander Holzhey gelernt. Stärkste Impulse für sein Schaffen empfing er von Karl Riepp. Sein Onkel baute Instrumente im süddeutschen Stil. Riepp dagegen pflegte den französischen Orgelbau. Unterschiedlicher konnten beide Stile nicht sein.
Holzheys Geniestreich war es, beide Stile zu verbinden und dadurch klanglichäußerst reizvolle Instrumente zu schaffen.

Die Zeitgenossen staunten immer wieder, wie leise, aber auch wie mächtig seine Orgeln klangen.

Positiv

Principal                  8’
Rohrflöten                8’
Salicional                 8’
Unda Maris (Schweb) 8’
Flautravers              8’
Octav                     4’
Holflöten                 4’
Fugari                     4’
Quint                      3'
Syflöt                     2’
Hörnle                     2’
Cimbal 5f.                2’
Fagott     bas           8’
Hautbois  discant      8’
   Echo

Nachthorn               8’
Dulciana                  8’
Spizflöten               4’
Flageolet                 2’
Cornet Resit 4f.        4’
Vox Humana bass      8’
Vox Humana diskant   8’
Cromorne bass          8’
Schalmei   diskant  
   8’
Tremulant diskant
    Pedal
 
 Subass              16’
 Octavbass            8’
 Violonbass            8’
 Cornetbass           4’
 Bompard             16’
 Trompet              8’
 Claron                4’

 
Prospectum Sample Set   Holzhey-Orgel in Weissenau

Prospectum hat ein perfektes Sample Set der Holzhey-Orgel hergestellt.
Kein Sample Set bringt die Klänge einer großen Orgel in einer Kirche mit einem überwältigenden Akustik so hervorragend über ins Wohnzimmer.

Die Registers lassen eine Vielzahl von Klängen hören, vom Rokoko umwandelnd im Klassizismus. Holzey gelang es, das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Es ist eine einzigartige Leistung die verschiedenen Klangfarben dieser markante Orgel so in den Samples fest zu legen, dass jede Klangfarbe voll ins eigene kommt und das die Klänge jedoch gut in der schönen Akustik verschmelzen.

Die spezifische Charaktere sind einzeln gut in den Samples gespeichert und lassen sich in viele Kombinationen ohne große Lautstärke unterschiede mischen.

Deswegen ist es das erfolgreichste Sample Set für eine Orgel im Wohnzimmer.

                                                                                                                 Prospectum

Hauptwerk

Prestant                 16’
Principal                  8’
Copel                      8’
Quintadena              8’
Gamba                    8’
Viola (Schwebung)    8’
Octav                     4’
Flöten                     4’
Nasard 2f.               2’
Superoctav             2’
Sexqualter 3-4f.       3’
Mixtur 6f.                2’
Cornet 3f.               3’
Trompet                 8’
Clairon                   4’

 Nederlands
Konzept

Das Konzept der Orgel konzentriert sich auf transparente Klänge mit einer großen Klarheit. Die untere Klaviatur ist das klassische Hauptwerk die mit Principalregistern von 16 Fuß bis den höchsten Tönen der 6 starken Mixtur aufbauen bis einen brillanten Plenum-Klang. Es klingt hier eine perfekte Balance zwischen Kraft und Klarheit. Eine sorgfältige Intonation der Samples ist erforderlich, um diese Qualitäten gut ins Wohnzimmer zu übertragen.

Das Hauptwerk wird bereichert durch zahlreiche färbende Flöten und die Streicher Viola 8' und Gamba 8'. Diese sind schwebend gegeneinander gestimmt, aber jeder hat ihre eigene Klangfarbe.

Der französische Einfluss ist hörbar in den Zungen mit ihren reichen Obertönen, die mehr gezielt sind auf singenden als auf mächtigen Klängen. Auf dem Hauptwerk wird die Trompet 8' noch vitaler durch die Hinzufügung des Claron 4'. Der Klang der Cornet schließt an bei den Zungen.

Die zweite Tastatur, das Positiv ist nach Süd-Deutsche Tradition eine mäßige Ausführung des Hauptwerks. Das Werk ist besonders expressiv, unter anderem durch Hinzufügen von besondere Register wie eine überblasende Flöte, die Flautravers 8', die intime Holflöte 4',  die Undamaris 8' schwebend gegen die Salicional 8'. Die Zungen dieser Manual ist im Bass ein Fagott 8' übergehend in einer hellen Hautbois 8' im Diskant. Durch den großen Raum klingen die Zungen transparent mit einem feinen Glanz.

Bei großen Instrumenten ist das dritte Manual häufig gezielt als eine durchdringende Cornet, aber in dieser Orgel ist ein Echowerk. Es steht hinter verschlossenen Türen im unteren Teil des Orgelgehäuses, deswegen ist das Volumen viel geringer als an der ersten und zweiten Tastatur.

Das Echo-Werk hat eine weitmensurierte Nachthorn 8', ein streichende Dulciana 8' und zwei leise Flöte. Für Solo gibt es eine Wahl aus zwei Zungen ergänzt durch singende Cornetklänge.

  in English
Mensurierung der Pfeifen

Manchmal entlehnte Holzhey die Mensuren der Pfeifen von Karl Riepp, wie die Basismensur von dem Principal 8', die Basis der Orgelklänge in der Zeit des Barocks. Die höheren Oktaven mensurierte er jedoch nach seine eigenen Einsichten der Klangkonzeption. So entstand eine neue Mensurlinie, die der Ausgangspunkt bildete für das gesamten Prinzipal Plenum, mit welcher Holzhey sich selbst in der Tradition der deutschen Süd-Meister qualifizierte.

Die Register Quint, Nazard, Sexquialter und Cornetbas sind alle aus der Mensurlinie der Principalen berechnet. Auf dieser Art und Weise verschmelzen die Klänge vollständig. Nur das Cornet hat weitmensurierte Pfeifen um einen breiteren Klang zu erhalten.

Die Anpassung der Pfeifen an die Akustik eines Raumes erfolgte in erster Linie über die unterschiedliche Aufschnitthöhe und die Regulierung der Luftmenge am Fußloch. Die Streicher und Flöten hingegen sind individuell für die Orgel in Weissenau mensuriert worden.

Holzhey entwarf eine Orgel mit einem Reichtum an Klangfarben. Die hellen Quintadeenklang ist einzigartig, die schwebende Register zeigen einen wunderschönen Chorus-Effekt. Mit der überblasende Flöte und die streichende Register in Vierfuß Lage ist es eine bemerkenswerte Orgel, die doch gut anschließt am Stil der Süddeutschen Orgeln im 18. Jahrhundert.

Ideale Sample Set für das Wohnzimmer

Diese Orgel bietet eine große Auswahl an Klangfarben in acht Fuß und vier Fuß Registers, ohne große Unterschiede des Volumens. An einer Orgel im Wohnzimmer ist es wertvoller über viele Klangfarben zu verfügen, als über Register die zu einem leistungsstarken Volume aufbauen. Daher ist dies ein attraktive Sample Set für eine Orgel im Wohnzimmer.

Viel Aufmerksamkeit ist verwendet für die Zungen und es ist zu hören, dass Holzhey eine Vorliebe für die französische Intonation von lebendigen Klängen hatte. Der erhabene Klang der Vox Humana des Echoworks ist auffallend schön. Auch die Oboe im Positiv hat einen erhabenen Klang.

Die emotionale Stimmung der Klänge unterscheidet sich pro Tastatur. Das Hauptwerk klingt breit und lebendig, das Positiv ist färbend und solistisch, das Echowerk klingt dünn und entfernt. Jede Tastatur ist nach eigenen Vorzug in der Akustik zu platzieren.

Die Preis des Sample Sets ist billig, 199 Euro für die zwei-Kanal-Version.
Die Premium-Version mit vier Kanälen kostet 249 Euro
                                                                                 Prospectum

Buch Holzhey Orgel

Die Abtei-Kirche von Weissenau ist eine große Kirche mit einer beeindruckenden Akustik. In diesem Raum können die Klänge der Holzhey-Orgel schön resonieren und jene herrliche Klänge sind gut in den Samples gespeichert. Das Intonieren von Pfeifenorgeln hat mich gelehrt, dass eine Anpassung ist erforderlich, um die Samples in der heimischen Umwelt ähnlich an der Kirche klingen zu lassen.

Es ist nicht leicht, die verschiedenen Klänge, jede nach ihrer eigenen Natur ins Wohnzimmer zu übertragen. Nach mehreren Monaten an der Intonation gearbeitet zu haben, klingt die Holzhey-Orgel in meinem Wohnzimmer jetzt als der Organist am Spieltisch in der Kirche sie hört. Kirche und Akustik werden entsprechend zur eigenen Umgebung übergetragen.

Über diesen grundlegenden Bearbeitung schrieb ich ein Buch, mit dem jeder Organist das gleiche Ergebnis erzielen kann. Der große akustische Raum ist proportional reduziert ins Wohnzimmer übertragen, wo die Orgel sowohl kraftvoll und brillant kann klingen als auch dünn und weit entfernt im großen Raum.

Das Buch ist gratis zu beantragen, mit Angabe der vollständigen Postanschrift.

Senden Sie eine e-Mail mit dem Antrag: Holzhey-Orgel im Wohnzimmer
                                                                                                                             John Boersma

Orgelgehäuse

Diese Änderung des Stils ist am Gehäuse zu sehen; der Rokoko-Stil geht über in dem Stil des Klassizismus. Holzhey baute das Gehäuse nicht selber, damit wurden Kunstschreiner und Bildhauer beauftragt, wie es damals gängige Praxis war. Erst nachdem das Gehäuse aufgestellt war, haben die Orgelbauer das eigentliche Werk eingesetzt. Eine enge Verzahnung zwischen Gehäusegestaltung und Werkanordnung wird immer mehr aufgegeben. Der Entwurf für das noble Gehäuse stammt vom Baudirektor der Abtei.

Die Instrumente hat einen freistehende Spieltisch, die vor den Westfenstern angeordnet war. Deshalb sind die Trakturen vielmals umgelenkt. Holzheys Instrumente ließen sich aber beinahe „so leicht als ein Klavier spielen“, wie Ernst Ludwig Gerber in seinem historisch-biographischen Lexikon der Tonkünstler vom Jahr 1812 ausdrücklich vermerkt.

Der Stil der Orgeln war ohne Rückpositiv und Brustwerk, an seiner Stelle kam das Echo-Werk im Unterschrank des Hauptwerks.

Herausragendes Sample Set

Das Sample Set, dass Prospectum von der Holzey-Orgel in Weissenau machte, ist das Ergebnis einer gute Einsicht, wie eine große Orgel in einer Kirche mit einer außergewöhnlichen Akustik gespeichert werden muss in Samples, die alle Qualitäten exakt ins Wohnzimmer übertragen. Wegen der großzügige Akustik ist es schwer, sowohl die Klänge detailliert in den Samples zu speichern als auch die riesige Akustik zu übertragen. Für die Mikrofone ist einen strategischen Platz gewählt, so nah wie möglich an den Pfeifen aber doch gleichmäßig von jedes Register entfernt. Die Akustik ist da bereits schon tätig, aber noch nicht so intensiv, dass die Details beim Ansprechen der Pfeifen maskiert werden. Es ist ein guter Stelle um zu hören wie die Klänge verschmelzen.

In größerer Entfernung sind Mikrofone aufgestellt für eine zweite Reihe von Samples, damit die volle Akustik wird gespeichert. Der Organist hört die Klänge zu Hause in einem großen Raum reflektieren, ohne den Nachteil von WET Samples wie von der Bovenkerk in Kampen und vom Dom in Utrecht, diesen lassen mehr Nachhall als Klänge hören.

Am Sample Set Weissenau ist das Verhältnis zwischen Klänge und Akustik pro Tastatur einstellbar. So können die Zunge von dem Echo weit entfernt klingen, während das zweites Register auf dem Untermanual in der Nähe des Spieltisch wird wahrgenommen.

Die Orgel hat eine große Auswahl von acht Fuß und vier Fuß-Registern, die nicht gedacht sind den Klang zu verstärken, aber diesem sehr nuanciert zu Färben. Viele Kombinationen sind möglich und lassen dann überraschende Klänge hören. Die Quintadeen 8' ist ein auffallend schönes Register, der Klang ist eindringlich und melodisch. Die Flautravers 8' ist eine überblasende Flöte. Die Copel 8' und Nachthorn 8' lassen leise Flötenklänge hören.

Schwebende Register waren in der Zeit der Romantik beliebt, aber nicht speziell zu diesem Zeitspanne gehörend. In vielen barocken Orgeln waren sie schon disponiert, besonders in den südlichen Ländern. Vor mehr als 400 Jahren hat jede italienischen Orgel eine Voce Umana, eine schwebende Principal Stimme.
Heinrich Trost wende die Unda Maris an auf Orgeln, die auch von Bach gespielt und geschätzt wurden. Joseph Gabler machte schwebende Register in den Orgeln von Weingarten und Ochsenhausen.

Holzhey baute 30 Jahre später die Orgel für Weissenau und disponierte schwebende Registern auf zwei Tastaturen; die Gamba 8' auf dem Hauptwerk mit der Viola 8' als Schwebung. Das Positiv bekam dazu die Salicional 8' und die Undamaris 8'.          

Französchise Einfluss

Unverkennbar in dieser Orgel ist der Einfluss der französischen Orgelbau Traditionen. Die übliche Cornet im französischen Orgeln ist auch hier disponiert, aber die Klänge sind breiter und stärken den Charakter der Zungen. Durch trennen des Bass und Diskant entstehen mehr Möglichkeiten die Klänge zu färben.

Der französische Einfluss ist auch spürbar in der Art der Zungen wegen einer überschwänglichen Oberton-Entwicklung. Jedoch das französische Récit-Manual wird ersetzt durch ein Echowerk mit fein-schneidenden Klängen in den beiden Zungen. Der Cornet klingt hier nicht scharf aber breitsingend und füllt die Klänge der Zungen an.

Im Pedal kommt die Gravität und Brillance aus der Familie der Trompete: Bompard 16', Trompet 8' und Claron 4'. Holzhey disponierte keine Pedale Mixturen, diese Register sind hauptsächlich im Hauptwerk zu finden.

Die Principalen der oberen Fußmaßen fehlen im zweiten und dritten Manual. Nun gibt es mehr Platz für färbende Klänge von sanfte Streicher und sensiblen Flöten und einen brillanten Klang einer fünf starken Cimbal.

Die französische Intonation ist auch gut zu hören in den funkelnden Klängen der Zungen im Positiv, Fagott-Hautbois 8'.

Im Echowerk lässt die Vox Humana 8' einen dünnen, feinen Klang von großer Schönheit hören. Wegen den große Raum hat das Register einen besonderen Glanz. Es hat meinen großen Vorzug mit diesem Register zu spielen.

Die zweite Zungen des Echowerks, das Cromorne 8' - Schalmei 8' klingt breiter als der
Vox Humana 8'. Ein schönes Register um abwechselnd oder zusammen mit der Vox Humana verwendet zu werden.

Holzhey‘s Labialstimmen sind etwas grundtöniger als die ehemaligen barocken Orgeln, was eine Brücke macht zum aufkommender Romantik. Die Grundlage der Klänge bleibt jedoch eine vollständige Principal-Chor nach Süddeutschen Art, charakterisiert durch Terzen in den Mixturstimmen (Sexquialter, Nazard, Mixtur).